Wir mussten selbst Lebensmittel einkaufen gehen,
mit Geld aus der Kasse heraus. Ich war noch unterwegs. Wir haben selbst Milch und Butter gekauft, meine Kollegin auch Wurst. Wir waren uns selbst überlassen. Wir haben gar nicht gewusst, was hier los ist. Wir haben kein Geld mehr bekommen. Dann gab es in der Familie bei mir Probleme, weil kein Geld da war. Alle haben mich gefragt:
Warum gehst Du dann noch arbeiten ohne Geld? Frau Öztürk hat die Bestellungen von zu Hause aus gemacht. Hier gab es seit letztes Jahr im Mai kein Internet mehr. Mein Zucker ist hochgegangen. Ich bin Diabetikerin.
Mein Blutdruck ist hochgegangen. Wir haben ja nicht gewusst: Wie geht das weiter? Kundin: Für uns ist es eine schnelle Gelegenheit,
für die Kinder noch eine Brezel mitzunehmen. Die Kunden können natürlich auch woanders hin. Aber für die Mitarbeiter ist es eine Katastrophe. Andere Kundin: Man sieht den Lang und läuft weiter. Es gibt fast in jedem Vorort einen Bäcker Lang. Überall, kann man sagen. Wenn dann alle betroffen sind, dann wird’s happig, um ehrlich zu sein. Frau Öztürk, Mitarbeiterin: Also meine Filiale ist ja seit gestern von jemand gekauft, so viel ich weiß. Da ist gestern jemand auf einmal aufgetaucht und hat gesagt: Ich habe die Filiale gekauft. Ohne Frau Öztürk läuft in diesem Laden nichts.
Das weiß ich. Frau Öztürk ist seit über vier Jahren in dieser Filiale. Du kannst einen Laden in zwei Tagen kaputt machen. Es dauert aber sechs Monate, bis Du ihn wieder aufgebaut hast. Auf einmal kommt jemand und sagt: Ich habe die Filiale gekauft. Wenn ihr wollt, könnt ihr hier weiter arbeiten. Ich glaube, wir haben uns
für die Filiale entschieden. Ich weiß es noch nicht genau.
Aber ich glaube schon.